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Wohnung finden in Berlin: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Berliner Wohnungsmarkt ist angespannt, doch ein Plan hilft: Budget kennen, Unterlagen vor der ersten Besichtigung bereithalten und schnell auf neue Inserate reagieren.

Aktualisiert: 02.10.2026

1. Budget festlegen

Inserate nennen meist zwei Beträge. Die Kaltmiete ist die Miete für die Wohnung selbst. Die Warmmiete enthält zusätzlich die Vorauszahlungen für Betriebskosten (Nebenkosten) und in der Regel die Heizung. Strom und Internet zahlen Sie meist separat.

Planen Sie auch einmalige Kosten ein: Kaution, Umzug, Möbel und eventuell eine Küche — nicht jede Wohnung hat eine Einbauküche.

Viele Vermieter erwarten, dass die Warmmiete höchstens etwa ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens beträgt.

2. Unterlagen vorbereiten

Auf gute Wohnungen kommen innerhalb weniger Stunden Dutzende Anfragen, und Vermieter wählen oft unter den ersten vollständigen Bewerbungen. Legen Sie Ihre Unterlagen vorab als PDF bereit:

  • Mieterselbstauskunft — das Formular stellt meist der Vermieter oder Makler bereit;
  • Kopie von Reisepass oder Personalausweis und gegebenenfalls Aufenthaltstitel;
  • Einkommensnachweise der letzten drei Monate: Gehaltsabrechnungen, Arbeitgeberbescheinigung oder Leistungsbescheid;
  • Bonitätsauskunft — siehe unseren Ratgeber zur Schufa;
  • Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters, falls vorhanden;
  • ein kurzes Anschreiben: wer einzieht, was Sie beruflich machen und warum Sie zuverlässige Mieter sind.

Schicken Sie Kopien Ihrer Dokumente erst nach der Besichtigung und nur an Vermieter oder Makler, die Sie überprüft haben. Versehen Sie jede Kopie mit dem Vermerk „Nur zur Mietbewerbung“ und dem Datum.

3. Wo suchen?

  • Flat-Radar: der Inseratskatalog mit Filtern nach Stadt, Bezirk und Zimmerzahl. Außerdem können Sie ein Wohnungsgesuch erstellen: Vermieter sehen es, und neue passende Inserate kommen per E-Mail.
  • Landeseigene Wohnungsunternehmen: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM. Sie veröffentlichen freie Wohnungen auf ihren Websites und im gemeinsamen Portal inberlinwohnen.de. Für viele ihrer Wohnungen brauchen Sie einen WBS.
  • Wohnungsbaugenossenschaften: Die Mieten sind oft niedriger, aber Sie müssen Genossenschaftsanteile erwerben, und die Wartelisten können lang sein.
  • Große Portale und Gruppen: ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, Kiezgruppen in sozialen Netzwerken und für Zimmer WG-Gesucht. Achten Sie dort besonders auf Betrug.
  • Persönliche Kontakte: Erzählen Sie Kollegen, Freunden und Nachbarn von Ihrer Suche — viele Wohnungen werden ohne Inserat weitergegeben.

4. Besichtigung und Mietvertrag

Kommen Sie pünktlich und mit Ihren Unterlagen zur Besichtigung. Fragen Sie nach Betriebs- und Heizkosten, der Art der Heizung und dem Energieausweis — der Vermieter muss ihn spätestens bei der Besichtigung vorlegen.

Lesen Sie den Vertrag vor der Unterschrift genau: Miete und Vorauszahlungen, Mietbeginn, Befristung, Staffel- oder Indexmiete. Im Zweifel lassen Sie ihn von einem Mieterverein prüfen; viele Berliner Bezirke bieten auch eine kostenlose Mieterberatung an.

5. Kaution, Maklerprovision und Mietpreisbremse

  • Kaution: höchstens drei Nettokaltmieten. Sie dürfen sie in drei gleichen monatlichen Raten zahlen; die erste ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
  • Maklerprovision: Es zahlt, wer den Makler beauftragt (Bestellerprinzip). Hat der Vermieter den Makler beauftragt, zahlen Sie keine Provision.
  • Mietpreisbremse: In Berlin gilt sie bis Ende 2029. Bei den meisten Wohnungen darf die Miete zu Beginn eines neuen Mietverhältnisses höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete (Mietspiegel) liegen. Ausnahmen gelten unter anderem für Neubauten, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals vermietet wurden, und für umfassend modernisierte Wohnungen.

6. Wenn Jobcenter oder Sozialamt die Miete zahlt

Legen Sie das Mietangebot vor der Unterschrift Ihrem Jobcenter oder Sozialamt vor und holen Sie eine schriftliche Zusicherung ein. Ohne sie wird die Miete womöglich nur teilweise übernommen. Die Kaution wird oft als Darlehen gewährt.

7. Einzug

  • Machen Sie die Übergabe gemeinsam mit dem Vermieter und unterschreiben Sie ein Übergabeprotokoll: Zählerstände, Schlüssel und vorhandene Schäden, mit Fotos.
  • Melden Sie Ihre Adresse innerhalb von zwei Wochen an — siehe unseren Ratgeber zur Anmeldung.
  • Schließen Sie Verträge für Strom und Internet ab.

So erkennen Sie Betrug

  • Die Miete liegt weit unter dem Marktniveau, der „Eigentümer“ ist im Ausland und will die Schlüssel per Post schicken.
  • Sie sollen vor der Besichtigung oder vor der Unterschrift eine Kaution, Miete oder „Reservierungsgebühr“ zahlen.
  • Gezahlt werden soll per Bargeldtransferdienst, mit Gutscheinkarten oder über Links zu unbekannten „Buchungsdiensten“.
  • Sie werden gedrängt, sofort zu entscheiden oder Kopien Ihrer Dokumente an Unbekannte zu schicken.

Überweisen Sie niemals Geld, bevor Sie die Wohnung persönlich gesehen und den Vertrag unterschrieben haben. Verdächtige Inserate auf Flat-Radar melden Sie mit der Schaltfläche „Melden“ auf der Inseratsseite.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Regeln und Beträge können sich ändern und je nach Stadt abweichen – prüfen Sie die offiziellen Websites.

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