Vor der Besichtigung
Lesen Sie das Inserat noch einmal und notieren Sie Ihre Fragen. Prüfen Sie, ob die Warmmiete in Ihr Budget passt, und planen Sie den Weg so, dass Sie pünktlich sind — in Berlin werden oft viele Interessenten gleichzeitig eingeladen. Wirkt das Inserat schon verdächtig, lesen Sie zuerst die Warnzeichen weiter unten. Alles zur Suche insgesamt finden Sie im Ratgeber Wohnung finden in Berlin.
Was Sie mitbringen sollten
- Reisepass oder Personalausweis — zum Vorzeigen, nicht zum Abgeben;
- eine Mappe mit Ihren Bewerbungsunterlagen oder PDFs auf dem Handy: Mieterselbstauskunft, Einkommensnachweise und eine Bonitätsauskunft — siehe Schufa;
- Stift und Papier oder eine Notiz-App für Antworten und Mängel;
- Ihr Handy für Fotos (fragen Sie vorher) und um den Mobilfunkempfang zu testen;
- ein Maßband oder eine Mess-App, um zu prüfen, ob Ihre Möbel passen;
- wenn möglich eine zweite Person: Vier Augen sehen mehr.
Nach den Hinweisen der deutschen Datenschutzaufsichtsbehörden darf der Vermieter bei der Besichtigung Name und Anschrift erfragen und Ihren Ausweis ansehen, aber keine Kopie davon anfertigen. Einkommensnachweise und Bonitätsauskünfte werden in der Regel erst gebraucht, wenn Sie die Wohnung mieten möchten. Fragen nach Staatsangehörigkeit, Religion oder Familienplanung müssen Sie nicht beantworten. Geben Sie Kopien von Unterlagen nur an Vermieter oder Makler, die Sie überprüft haben.
Diese Fragen sollten Sie stellen
Seriöse Vermieter und Makler antworten offen. Notieren Sie die Antworten, damit Sie sie später mit dem Mietvertrag vergleichen können.
- Wie hoch sind Kaltmiete und Warmmiete? Was umfassen die Vorauszahlungen für Betriebskosten (Nebenkosten) — sind Heizung und Warmwasser enthalten?
- Welche Heizung gibt es, und wie alt ist sie? Bei einer Gasetagenheizung haben Sie oft einen eigenen Gasvertrag und zahlen direkt an den Versorger.
- Kann ich den Energieausweis sehen? Der Vermieter muss ihn spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Er zeigt den Energieverbrauch oder -bedarf des Gebäudes und die Effizienzklasse.
- Kann ich die letzte Nebenkostenabrechnung sehen? Sie zeigt die tatsächlichen laufenden Kosten — siehe Nebenkostenabrechnung prüfen.
- Ist der Vertrag unbefristet oder befristet? Gibt es eine Staffel- oder Indexmiete? Ist es ein Hauptmietvertrag oder eine Untermiete?
- Ab wann ist die Wohnung frei, und wie läuft die Übergabe ab?
- Wie hoch ist die Kaution? Sie darf höchstens drei Nettokaltmieten betragen, und Sie dürfen sie in drei Monatsraten zahlen.
- Warum zieht der Vormieter aus? Sollen Küche oder Möbel übernommen werden, und zu welchem Preis?
- Kann ich mich hier anmelden? Der Vermieter muss Ihnen den Einzug bestätigen (Wohnungsgeberbestätigung) — siehe Anmeldung.
- Welche Internetanschlüsse gibt es: DSL, Kabel oder Glasfaser?
- Wer ist bei Reparaturen zuständig: der Vermieter, eine Hausverwaltung oder ein Hauswart?
Was Sie in der Wohnung prüfen sollten
- Schimmel und Feuchtigkeit: Fensterrahmen, Ecken an Außenwänden, hinter Möbeln und im Bad; achten Sie auf muffigen Geruch und Flecken an der Decke.
- Fenster: Schließen sie dicht, zieht es, sind sie doppelt verglast?
- Heizung: ein Heizkörper in jedem Raum, funktionierende Thermostate; fragen Sie, wie warm die Wohnung im Winter wird.
- Wasser: Wasserhähne und Dusche aufdrehen: Wasserdruck, wie schnell warmes Wasser kommt, ob die Abflüsse frei sind.
- Elektrik: genug Steckdosen, keine losen Kabel; funktionieren Licht und Schalter?
- Küche: Gibt es eine Einbauküche? Welche Geräte gehören dazu, und funktionieren sie?
- Bad: ein Fenster oder ein funktionierender Lüfter; keine Spuren von Wasserschäden.
- Lärm: Fenster schließen und hinhören: Straße, Straßenbahn, Nachbarn, Hof.
- Mobilfunkempfang in allen Räumen.
- Rauchwarnmelder in den Zimmern (außer der Küche) und im Flur: In Berliner Wohnungen sind sie Pflicht.
- Extras: Kellerabteil, Fahrradabstellplatz, Balkon — was gehört zur Wohnung?
- Das Haus: Treppenhaus, Eingangstür, Briefkästen, Klingeln, Fassade und Dach zeigen, wie gut es gepflegt wird.
Fotografieren und notieren Sie Mängel. Fragen Sie, ob sie vor dem Einzug behoben werden, und achten Sie darauf, dass beim Einzug alle Mängel im Übergabeprotokoll festgehalten werden.
Die Umgebung prüfen
- Nahverkehr: die nächste U-Bahn-, S-Bahn-, Tram- oder Bushaltestelle und Ihr Weg zur Arbeit, Schule oder Kita;
- Geschäfte, Apotheke, Ärzte und Schulen in der Nähe;
- Lärm am Abend und in der Nacht: Hauptstraßen, Bahnstrecken, Bars, Flugrouten — kommen Sie, wenn möglich, abends noch einmal vorbei;
- Parks und Spielplätze, Radwege und Parkplätze.
Warnzeichen und Betrugsmaschen
- Sie sollen vor der Besichtigung oder vor der Vertragsunterschrift Geld zahlen — Kaution, Miete, eine „Reservierungsgebühr“ oder eine „Besichtigungsgebühr“.
- Der „Vermieter“ ist im Ausland, kann die Wohnung nicht zeigen und will die Schlüssel per Post oder über einen Buchungsdienst schicken.
- Die Miete liegt weit unter dem ortsüblichen Niveau, die Fotos wirken wie aus einem Katalog, oder die Nachrichten sind voller Fehler.
- Sie werden gedrängt, sofort zu entscheiden oder Ausweiskopien per E-Mail zu schicken, bevor Sie die Wohnung gesehen haben.
- Sie sollen für alte Möbel oder eine Küche eine hohe Ablöse zahlen, um die Wohnung zu bekommen. Eine Zahlung allein dafür, dass der Vormieter auszieht, ist unzulässig, und ein Preis weit über dem Wert der Gegenstände ist insoweit unwirksam — lassen Sie sich vor der Zahlung beraten.
- Der Vermieter weigert sich, Ihnen den Einzug für die Anmeldung zu bestätigen.
Überweisen Sie niemals Geld, bevor Sie die Wohnung persönlich gesehen und den Vertrag unterschrieben haben. Verdächtige Inserate auf Flat-Radar melden Sie mit der Schaltfläche „Melden“ auf der Inseratsseite; wurden Sie betrogen, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Nach der Besichtigung
Auf gute Wohnungen in Berlin kommen oft viele Bewerbungen, und Vermieter wählen häufig unter den ersten vollständigen aus. Handeln Sie schnell, aber lassen Sie sich nicht zur Unterschrift drängen.
- Gefällt Ihnen die Wohnung, bewerben Sie sich noch am selben Tag: Schicken Sie Ihre vollständigen Unterlagen, am besten als ein PDF, an den angegebenen Kontakt.
- Schreiben Sie eine kurze Nachricht: Bedanken Sie sich für die Besichtigung, bestätigen Sie Ihr Interesse und nennen Sie Ihren möglichen Einzugstermin und wer einziehen wird.
- Vergleichen Sie Ihre Notizen und Fotos mit anderen Wohnungen, bevor Sie sich entscheiden.
- Lesen Sie den Vertrag vor der Unterschrift genau — siehe Mietvertrag prüfen. Zahlt das Jobcenter Ihre Miete, holen Sie vorher seine Zustimmung ein.
- Hat es nicht geklappt, suchen Sie weiter: Neue Angebote finden Sie im Inseratskatalog von Flat-Radar, und mit einem Wohnungsgesuch können Vermieter Sie finden, während neue passende Inserate per E-Mail kommen.